Video on Demand: Jimmy's Hall (Spielfilm/Drama, 105 min, 2014, arte)

Ken Loach: "Was für Filme gedreht werden, entscheiden diejenigen, die dem herrschenden System angehören."

Richtig guter Film vom britischen Meister des sozial engagierten Kinos. Ein Streifen, der - trotz alledem - Mut macht. Dass sich Widerstand lohnt. Auch Spaß machen kann .... Selbst wenn sich der Erfolg nicht gleich einstellen will. Noch bis 09. Dezember 2021 in der arte-Mediathek.

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Video on Demand: 'Als wir träumten' (Spielfilm, 2015, 109 min, ARD)

Leipzig war einmal ein raues Pflaster. Nicht nur in den 80ern flogen schnell mal die Fäuste (belive me). Auch Jahre später konnte man hier noch allerhand erleben. Sein Auto stellte man besser nicht auf einem der Parkplätze am Rande der Innenstadt ab. Es sei denn, man hatte Zeit (und Lust) es irgendwo aufgebrochen wieder abzuholen. Es gab besetzte Häuser, Überfälle dagegen, blutige Revierkämpfe am Strassenstrich, Techno-Clubs in Ruinen. Diese Zeit holt der Spielfilm 'Als wir träumten' wieder zurück. Dass gleichnamige Buch dazu (von Clemens Meyer) habe ich nach ein paar Seiten wieder weggelegt. Zu langweilig. Der Film allerdings kann sich sehen lassen! In der ARD-Mediathek bis zum 4. April 2022 online.

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Video on Demand: Gundermann (Spielfilm, 120 min, 2018, ARD)

Vom Sozialismus überzeugtes SED-Mitglied (ja, auch die hat es vereinzelt gegeben) arbeitet sich an der realen Welt der DDR ab. Normalerweise als Baggerfahrer in der Braunkohle im Lausitzer Revier. Nach Feierabend aber auch als unermüdlicher Ideengeber auf Parteiversammlungen und als Liedermacher mit dem wirklich feinen (Text)Gespür. Blöd nur, dass irgendwann das MfS 'anklopft' und Gerhard Gundermann zum wirklich dreckigen Denunzianten wird. Der Spielfilm schildet Gundermanns Versuch mit seiner Vergangenheit - die Mitte der 90er Jahre öffentlich wird - irgendwie klarzukommen. Während die Darsteller diese Zeit überzeugend in Szene setzen, verfällt Regisseur Andreas Dresen - sonst eigentlich ein Meister seiner Zunft - hier der Relativierung, der Rechtfertigung seines Hauptdarstellers. Und damit auch der Person von Gerhard Gundermann.

Die DDR war wirklich richtig Scheisse. Belive me. 'Gundermann' ist noch bis zum 11. April 2022 im Netz for FREE zu sehen.

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VoD: Mörder nach Vorschrift (Polit-Krimi, 103 min, 1979, arte)

Alain Delon, Jean-Louis Trintignant, Gene Hackmann, Lino Ventura. Große Charakterdartseller des Cop-Kinos der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ihre Filme haben die Kinobesucher in dieser Zeit gefesselt. Ob 'French Connection' (1971 + 1975), 'Flic Story' (1975) oder 'Die Macht und ihre Preis' (1976) - all dies war engagiertes Polit-Kino vom Feinsten. In diese Reihe heiht sich auch 'Mörder nach Vorschrift' ein. Polizisten die einen Verdächtigen 'verhören', ihn foltern, am Ende töten. Später alles verschleiern, am Ende vor Gericht straffrei davon kommen. Und einen Aufrechten, der gegen diese Praxis aufbegehrt. Em Ende scheitert. Alles nix Neues. Trotzdem - filmisch - sehenswert.

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VoD-Tipp: 'The Queen's Gambit (7-teilige Serie, 2020, zu sehen auf netflix)

32 Figuren, 64 Spielfelder, unzählige Möglichkeiten ein Match zu gestalten. Wer einmal Schach gespielt hat, weiss: es ist zittern, bangen, stundenlange Konzentration. Cool wirken, obwohl der Blutdruck am Limit ist. Dieses unendliches Glücksgefühl danach. Oder eine unendliche Leere. Wohl selten hat sich diese Faszination, dieses Wechselspiel zwischen Genie und Wahnsinn, besser gezeigt als in dieser Netflix-Serie. Wer dieses Spiel liebt, MUSS diesen Film sehen. Wer nicht, wird die Liebe zu diesem einzigartigen Sport dadurch entdecken.

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VoD-Tipp: Ultras (Spielfilm, 2020, zu sehen auf netflix)

Sandro ist der Leader der Ultragruppe 'Apache'. Ein etwas in die Jahre gekommener 50jähriger, der sich bei jedem Spiel seiner Lieblingsmannschaft auf einer neapolitanischen Polizeiwache melden muss. Der mit Wehmut von den Schlachten früherer Tage erzählt. Doch: Du kannst nicht anders. Irgendwann 'erwischt' es Dich wieder .... Sure.

Ungemein dicht erzählter Film aus dem italienischen Ultra-Milieu. Phantastische Kamera, einprägsame Charaktere.
Wer bis jetzt noch kein Netflix-Abo hatte, sollte sich schon allein für diesen Film eines besorgen!!

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VoD: Und Morgen die ganze Welt (Drama, 111 min, 2020)

von Fred Kowasch

Ein Film über eine Szene, die - auch aufgrund von Inhaftierungen (wie im Fall von Lina E.) und dem Gerichtsverfahren in Stuttgart - immer mehr in den öffentlichen Blickpunkt gerät. Westdeutsche Jurastudentin radikalisiert sich, weil sie konsequent handeln will. Wie sie in Kontakt zu gewaltbereiten Antifas kommt, die ihre Gegner auch körperlich attakieren. Nach kurzem Kinostart Ende Oktober letzten Jahres, jetzt 'Video on Demand' unter anderem via Amazon und seit Donnerstag auch bei Netflix.

Der Film ist nicht zu empfehlen. Die Story ist mächtig platt. Die Filmfiguren werden kaum entwickelt, die Handlung bleibt an der Oberfläche. Sicher, einige Szenen mögen gut beobachtet sein. Nur: wieso sich die Hauptfigur des Filmes so extrem radikalisiert, wird nicht glaubwürdig und nachvollziehbar erzählt. Hier wurde ein brisantes Thema wirklich verschenkt. Doch wie immer gilt: urteilt selbst!

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