Im Interview: Tatjana Festerling (Ex-Pegida und OB-Kandidatin Dresden)

Aktuell arbeiten wir an unserem Film 'Inside Hogesa'. In dieser Langzeitdokumentation wollen wir einen - bisher einmaligen Blick - in die Szene geben. Und zeigen, wie es möglich war, dass die 'Hooligans gegen Salafisten' diese Wirkung erzielen konnten. In diesem Zusammenhang führen wir Gespräche und Interviews mit relevanten Protagonisten. Nach fast zwei Jahren ist es uns nun gelungen, mit Tatjana Festerling zu sprechen. In Teil 1 des Gespräches, dass wir am 08. Oktober 2016 in Dortmund am Rande der Kundgebung des Vereins 'Gemeinsam Stark' führten, äußert sich die ehemalige Pegida-Frontfrau über ihre Nähe zu den Hooligans.



Weitere Teile des Interviews werden im Zusammenhang mit der Dokumentation 'Inside Hogesa' veröffentlicht.

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Angriff auf Fotografen: 'Gemeinsam Stark' Demo (09.04.2016, Magdeburg)

Ich habe sicher schon knapp ein Dutzend HogeSa, Kögiga, Legida, Pegida, Duigida Demonstrationen und Kundgebungen in den letzten eineinhalb Jahren erlebt. Aber die Versammlung von 'Gemeinsam Stark' am 09. April 2016 am Magdeburg Dom stellte alles in den Schatten. Bereits vor Beginn der Veranstaltung kam es zur Eskalation. Verantwortlich dafür nicht nur die angereisten rechten Demonstranten. Auch einige 'Journalisten', die sich kurz hinter den Zugangskontrollen gemeinsam postiert hatten, um jeden und jede abzulichten. Das gefiel den Jungs natürlich überhaupt nicht (siehe Video). Danach war an vernünftiges Arbeiten nicht mehr zu denken. Mehr zur Rolle der Kollegen demnächst in unserem Film 'Inside HogeSa'.



Die Veranstaltung selbst sprach für sich. Während der gesamten Demonstration bekamen es die Veranstalter von Gemeinsam Stark e.V. nicht in den Griff Rufe wie 'Frei, sozial und national' und 'Hier marschiert der nationale Widerstand' zu unterbinden. Dies räumten sie danach - in einem ihrer äußerst selten gegeben Interviews - ein. interpool.tv arbeitet momentan an einer Dokumentation über die Szene.

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"Wo wart ihr Silvester" - Ein Nachmittag zwischen Hools, Böllern und der Polizei

von Fred Kowasch

Der Himmel strahlt und Bier gibt es auch. Er ist wie ein Feiertag für die Szene, dieser 9. Januar 2016 am Breslauer Platz in Köln. Die Übergriffe am Dom an Silvester - an denen auch Flüchtlinge und Asylbewerber beteiligt gewesen sein sollen -  sie bestimmen die Schlagzeilen. Der Polizeipräsident ist nicht mehr im Amt. Und: die öffentliche Meinung hat sich gedreht. Die Stimmung auch. Eine Reportage aus dem Herzen der selbsternannten 'Weltstadt' am Rhein.

Einer nach dem anderen bahnt sich seinen Weg. Polizisten in Kampfmontour bilden eine lose Gasse. Nur hin und wieder greifen sie einen zur Kontrolle raus. Es ist ein stetiger Zulauf, der nicht enden will. Ein Stelldichein der Hooliganszene. Man kennt sich, man grüßt sich. Wie alte Bekannte, die sich eine Weile nicht gesehen haben. Aus Bremen, Hamburg und Dresden sind sie angereist. Manche tragen einen kleinen Vereinsschaal oder ein Trikot unter ihrer Kleidung. Nur leicht versteckt. So dass es der andere auch sehen kann. "Da kommen noch 400." sagt einer, der es wissen muß. Duisburg, Dortmund, Oberhausen, Bochum und Essen - der Ruhrpott ist dabei. Im Vorbeigehen ruft einer "Lügenpresse". Hätte auch sonst was gefehlt, heute.



Was auffällt, bei einem Schlendern durch die Reihen: es ist ein anderes Publikum, als man es von den Aufmärschen der Hooliganszene, von HogeSa und den Rechtsradikalen in letzter Zeit kennt. Da ist der Vater mit seinem beiden Kindern, die noch keine Teenager sind. Das ältere Ehepaar am Rande,  gut gekleidet. Eine Gruppe Frauen und Männer im besten Alter. So stellt man sich eher einen Ortsverband der SPD vor. Nur das die kein Transparent tragen, auf dem "RAPEFUGEES NOT WELCOME" steht. Daneben wackelt ein Mops, eingehüllt in einen Deutschlandschaal.

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Hogesa 2.0: 'Ordner suchen' auf der Brache

Ein Jahr danach auf dem Breslauer Platz in Köln. Zwei Wasserwerfer und ein Räumpanzer stehen wie unverrückbar. Gegen halb zwölf schieben Polizisten Absperrgitter an den Rand. Die hier ursprünglich geplante Kundgebung haben Gerichte verboten. Wenig später in Köln-Deutz. Absperrungen, aufgeregte Politessinnen, ein Hubschrauber hängt drönend in der Luft.

Um viertel vor eins dann bereits die zweite Wagendurchsuchung. Noch immer ist die Bühne nicht aufgebaut. Noch immer stehen die Organisatoren von Köln 2.0 vor Metallgittern. Die Zeit wird knapp. Ein paar Dutzend Teilnehmer sind schon auf dem Barmer Platz. Ein paar Hundert warten vor drei grauen Stoffzelten. Es dauert und dauert. Stimmung kommt da nicht auf. Nix zu essen, nix zu trinken. Weit und breit. Nur ein Dutzend blaue Wasserwerfer. Aus Hamburg, Niedersachsen, Bayern. Und: Hunderte Meter Sperrgitter. Alle drei Meter steht eine Uniform.Hogesa 2 0 25102015
Pegida-Frontfrau Tatjana Festerlin hat als Rednerin abgesagt.  Eine Erkältung, so die Erklärung. Immerhin soll 'Kategorie C' spielen. Eine umstrittene Band, sehr beliebt in der Hooliganszene. Zunächst werden Ordner gesucht. Als der Anmelder beginnen will, ruft ein Polizist: "Herr Roeseler: STOPP. Es sind zehn Ordner abgelehnt worden." Die Prozedur beginnt von Neuen. Am Ende trägt dann sogar noch der Sänger eine weisse Ordnerbinde. .....

p.s.: Mehr Details und direkte Einblicke gibts bald in unserer 45-min-Dokumentation über HogeSa.

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